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“SustainLife” - Bewahrung von Forschungsergebnissen als lebende digitale Systeme

Die Forschung stützt sich zunehmend auf digitale Ressourcen und bringt laufend neue Forschungsdaten hervor. Diese Entwicklung ist auch in den Geisteswissenschaften zu beobachten und begründet die steigende Relevanz und Notwendigkeit von Standards und standardisierten Prozessen im Forschungsdatenmanagement. Im Rahmen der sich etablierenden Nachhaltigkeitsbestrebungen wird jedoch häufig übersehen, wie umfangreich der Beitrag dynamischer Anwendungen wie interaktiver Visualisierungen, Recherche-Datenbanken, virtueller Arbeitsumgebungen oder digitaler Editionen zur Wissens- und Erkenntnisgenerierung tatsächlich ist. Nicht selten sind diese Forschungsanwendungen das zentrale Instrument der digitalen Ergebnissicherung, welches deren (Nach-)Nutzung ermöglicht und damit ein ganz wesentlicher Träger von wissenschaftlichem Mehrwert aus einem Forschungsprojekt ist. Geisteswissenschaftliche Datenzentren müssen also auch Nachhaltigkeitsstrategien entwickeln, die explizit das heterogene Feld der dynamischen Forschungsanwendungen adressieren.

Vor diesem Hintergrund führt das Data Center for the Humanities (DCH) unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Brigitte Mathiak in Kooperation mit Prof. Dr. Dr. h. c. Frank Leymann vom Institut für Architektur von Anwendungssystemen (IAAS) der Universität Stuttgart das Forschungsprojekt “SustainLife - Erhalt lebender, digitaler Systeme für die Geisteswissenschaften” durch. Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierte Projekt ist auf drei Jahre angelegt.

Ziel des Projekts ist die Adaption von Verfahren und Technologien aus dem Cloud-Deployment mit dem Ziel, Management und Provisionierung von Anwendungen zu optimieren und deren Sicherung und nachhaltigen Betrieb zu realisieren. Hierfür wird der bestehende OASIS Standard TOSCA (Topology and Orchestration Specification for Cloud Applications) und die darauf aufsetzende OpenSource Laufzeitumgebung OpenTOSCA eingesetzt und im Rahmen des Projekts um benötigte Funktionalitäten (bspw. zur Unterstützung der Wartung) erweitert. Grundlage der spezifischen Erweiterungen ist eine Anforderungsanalyse, die anhand bestehender Projekte und laufender Systeme aus den Digital Humanities durchgeführt wird. Mit dem Forschungsprojekt "SustainLife" leisten das DCH und das IAAS einen wichtigen Beitrag zur Erforschung von Modellen zur Steigerung der Effizienz in Betrieb und Wartung von Forschungsanwendungen in den Geisteswissenschaften und damit auch zur Reduzierung laufender Kosten.

Steckbrief

ProjektnameSustainLife - Erhalt lebender, digitaler Systeme für die Geisteswissenschaften
Disziplin/FachzuordnungForschungsdatenmanagement, Nachhaltigkeitssysteme
ProjektleitungProf. Dr. Brigitte Mathiak (Data Center for the Humanities, Universität zu Köln), Prof. Dr. Dr. h. c. Frank Leymann (Institut für Architektur von Anwendungssystemen, Universität Stuttgart)
Partner
  • Data Center for  the Humanities, Universität zu Köln, DCH
  • Institut für Architektur von Anwendungssystemen, Universität Stuttgart, IAAS
Ansprechpartner am DCHProf. Dr. Brigitte Mathiak, Dr. Claes Neuefeind 
Förderung
LaufzeitMärz 2018 - Februar 2021
Webseitetba
Weiterführende LinksOpenTosca

 

 

Veranstaltungen

Publikationen

  • Neuefeind, C., Schildkamp, P., Mathiak, B., Barzen, J., Breitenbücher, U., Harzenetter, L., Leymann, F. (2018): "Lebende Systeme in den Digital Humanities - das Projekt SustainLife." In: Beiträge zum 9. Workshop Design for Future im Rahmen des 20. Workshop Software-Reengineering & Evolution (WSRE 2018), Bad-Honnef, 2.-4. Mai 2018, pp. 39-40.
  • Barzen, J., Blumtritt, J., Breitenbücher, U., Kronenwett, S., Leymann, F., Mathiak, B., Neuefeind, C. (2018): "SustainLife - Erhalt lebender, digitaler Systeme für die Geisteswissenschaften." In: Book of Abstracts der 5. Jahrestagung der Digital Humanities im deutschsprachigen Raum (DHd 2018), Köln 26.02-02.03.2018, pp. 471-474.