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09.10.2017

Bewahrung von Forschungsergebnissen als lebende digitale Systeme - Das DCH startet DFG gefördertes Forschungsprojekt “SustainLife”

Die Forschung stützt sich zunehmend auf digitale Ressourcen und bringt laufend neue Forschungsdaten hervor. Diese Entwicklung ist auch in den Geisteswissenschaften zu beobachten und begründet die steigende Relevanz und Notwendigkeit von Standards und standardisierten Prozessen im Forschungsdatenmanagement. Im Rahmen der sich etablierenden Nachhaltigkeitsbestrebungen wird jedoch häufig übersehen, welchen Beitrag dynamische Anwendungen wie interaktive Visualisierungen, Recherche-Datenbanken, virtuelle Arbeitsumgebungen oder digitale Editionen zur Wissens- und Erkenntnisgenerierung beitragen. Nicht selten sind diese Forschungsanwendungen das zentrale Instrument der digitalen Ergebnissicherung, welches deren (Nach-)Nutzung ermöglicht und damit ein ganz wesentlicher Träger von wissenschaftlichem Mehrwert aus einem Forschungsprojekt ist. Geisteswissenschaftliche Datenzentren müssen also auch Nachhaltigkeitsstrategien entwickeln, die explizit das heterogene Feld der dynamischen Forschungsanwendungen adressieren.

Vor diesem Hintergrund startet am Data Center for the Humanities (DCH) unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Brigitte Mathiak in Kooperation mit Prof. Dr. Dr. h. c. Frank Leymann vom Institut für Architektur von Anwendungssystemen (IAAS) der Universität Stuttgart 2018 das Forschungsprojekt “SustainLife - Erhalt lebender, digitaler Systeme für die Geisteswissenschaften”. Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierte Projekt ist auf drei Jahre angelegt.

Angestrebt wird die Adaption von Verfahren und Technologien aus dem Cloud-Deployment mit dem Ziel, Management und Provisionierung von Anwendungen zu optimieren und deren Sicherung und nachhaltigen Betrieb zu realisieren. Hierfür wird der bestehende OASIS Standard TOSCA (Topology and Orchestration Specification for Cloud Applications) und die darauf aufsetzende OpenSource Laufzeitumgebung OpenTOSCA eingesetzt, um benötigte Funktionalitäten (bspw. zur Unterstützung der Wartung) erweitert. Grundlage der spezifischen Erweiterungen ist eine Anforderungsanalyse, die unter einem bestehenden Projekt und laufenden Systemen aus den Digital Humanities durchgeführt wird. Mit dem Forschungsprojekt "SustainLife" leisten das DCH und das IAAS einen wichtigen Beitrag zur Erforschung von Modellen zur Steigerung der Effizienz in Betrieb und Wartung von Forschungsanwendungen in den Geisteswissenschaften und damit auch zur Reduzierung laufender Kosten.

Steckbrief

ProjektnameSustainLife - Erhalt lebender, digitaler Systeme für die Geisteswissenschaften
Disziplin/FachzuordnungForschungsdatenmanagement, Nachhaltigkeitssysteme
ProjektleitungProf. Dr. Brigitte Mathiak (Data Center for the Humanities, Universität zu Köln), Prof. Dr. Dr. h. c. Frank Leymann (Institut für Architektur von Anwendungssystemen, Universität Stuttgart)
Partner
  • Institut für Architektur von Anwendungssystemen, Universität Stuttgart
Ansprechpartner am DCHProf. Dr. Brigitte Mathiak, Jonathan Blumtritt
Förderung
Laufzeitvoraussichtlich Januar 2018 - Dezember 2020
Webseitetba
Weiterführende LinksStellenausschreibung wissenschaftlicher Mitarbeiter                                                                Stellenausschreibung SHK